Amerikanischer Folk

„Ein Folksong handelt von Problemen und wie man sie löst“ ist ein Zitat von Woodie Guthrie.

Die amerikanische Folkmusik war die Quelle für viele verschiedene Musikrichtungen, die sich aus diesem breiten Fundus entwickelte. Sie war ein Konglomerat verschiedener musikalischer Richtungen, die die Einwanderer aus ihren jeweiligen Ländern und Traditionen mitgebracht und weitergeführt hatten. Die Musik der eigentlichen Urbevölkerung, der Indianer, spielte keine Rolle.

Entstehung der Folkmusik

Im 17. Jahrhundert entwickelten sich die Worksongs der afroamerikanischen Arbeiter, daraus entstanden unter anderem die Gospels. In den Gegenden, in denen die Cowboys zu Hause waren, kam im 19. Jahrhundert die Western Musik auf, zu der heute auch gerne die Country Musik erwähnt wird. Um 1900 entstand der Blues. Über ihn entwickelten sich der Soul, Jazz und die Rockmusik. Auch Ragtime und der New Orleans Jazz stammen aus dieser Zeit.

Ab den 1920ern wurde Musik über Phonographenwalzen und Schallplatten konserviert, aber auch im Radio ausgestrahlt. Die breite Bevölkerung war in der Lage, zu Hause täglich kostenlos Musik zu hören. Dadurch wurden die Lieder bekannter und konnten weit verbreitet werden.

Größen der Folkmusik

Seit 1925 gibt es aus Nashville, Tennessee, die wöchentliche Liveshow „Gran Ole Opry“, die auch seitdem gesendet wird. Von hier haben schon viele Sänger aus dem Folk-, Country- und Westernbereich ihre Karriere gestartet.

Die Bristol Sessions ab 1927 brachten die ersten kommerziellen Folkmusiker hervor, der Blues-Sänger Jimmy Rodgers und The Carter Family waren die Stars der ersten Stunde. Rodgers baute in seine Lieder Jodler ein, The Carter Family interpretierten irische und englische Balladen.

In den 1930er Jahren startete Woodie Guthrie seine Karriere in der Folkmusik. Er besang die Probleme der Weltwirtschaftskrise.

Der Zweite Weltkrieg war in den 1940ern das Thema der Songwriter. Zum Beispiel hat Pete Seeger mit dem Lied „Where Have All The Flowers Gone“, auf Deutsch „Sag‘ mir, wo die Blumen sind“ einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht; sein Lied ist fast 80 Jahre später in der Szne noch immer der Inbegriff des Antikriegsliedes.

Newport Folk Festival

Ende der 50er Jahre etablierte sich das Newport Folk Festival in Rhode Island. Bekannte Künstler aus dem Blues- und Folkbereich traten hier auf oder starteten von hier in ihre Karriere.

Wie wichtig den Menschen auf diesem Festival die Authentizität der Musik ist, zeigt die Geschichte, dass Bob Dylan, heutiger Träger des Nobelpreises für Literatur, 1965 in Newport ausgepfiffen und als Verräter bezeichnet wurde, weil er es wagte, auf einer elektrischen Gitarre zu spielen. Nach 15 Minuten brach er sein Spiel ab und kam erst 37 Jahre später wieder nach Newport zurück.

Das Festival fand von 1971 bis 1984 nicht statt. Seit 1985 findet es wieder alljährlich statt.

Andere Folk-Genres

Folkrock entstand in den 1960. Er bringt Folk und Rockmusik zusammen. Folk Metal etablierte sich in den 1990ern. Er ist ein Metal-Subgenre, das auf Folk-Elemente in verschiedenen Stilrichtungen sowie die typischen Folk-Instrumente zurückgreift.